Wer kennt es nicht: in der nass-kalten Jahreszeit ist es ein leichtes, sich einen fiesen Infekt einzufangen. Doch stimmt die landläufige Meinung, dass gegen eine Erkältung kein Kraut gewachsen ist?

Tatsache ist, dass die teuren Mittelchen aus der Apotheke reine Geldverschwendung sind. Das Immunsystem lässt sich eben nicht austricksen und wird auch durch Vitamin-C-Bomben oder andere gesundheitsfördernde Tropfen nicht schneller wieder fit. Trotzdem müssen Viren-Geplagte nicht still vor sich hin leiden. Ein altbekanntes Hausmittel schafft Abhilfe – Wickel. Sie werden bei Erkältung oder fiebrigen Symptomen eingesetzt.

Doch wie wendet man Wickel fachgerecht an? Zunächst einmal bestehen sie aus drei Lagen: einer inneren, einer mittleren und einer äußeren. Für das innere eignet sich ein Leinentuch, während für das mittlere ein Frotteehandtuch und das äußere ein Wolltuch zu empfehlen sind. Wichtig: das innere Tuch muss doppelt so breit sein wie der Körperteil, der umwickelt wird, da man es am besten doppelt legt. Zudem gilt: Die Tücher müssen von außen nach innen immer größer werden – sprich die mittlere Lage ist größer als die innere und die äußere größer als die mittlere. Außerdem sollten die Lagen faltenfrei und eng anliegen, da sonst die Gefahr der Verkühlung besteht.

Bei Erkältungen sind Halswickel besonders hilfreich. Sie lindern Halsschmerzen, aber auch angeschwollene Mandeln. Kalte Halswickel werden bei akuten, sehr schmerzhaften Entzündungen und Schluckbeschwerden angewendet: Das Leinentuch wird gleichmäßig mit kalten Wasser befeuchtet und für ca. 20-40 Minuten um den Hals gewickelt, danach wird der Hals mit einem Schal gewärmt. Empfindet der Kranke die kalte Behandlung als unangenehm, lindert ein Wärmereiz ebenso die Beschwerden. Dazu wird der Wickel in warmes Wasser (etwa 40-45 Grad) getaucht, bis er nass ist, aber nicht trieft. Dann wird der Halswickel für etwa 30-60 Minuten aufgelegt und der Hals warmgehalten. Für kalte und warme Behandlungen gilt gleichermaßen, dass sie am besten 2-3x täglich angewendet werden, um den fiesen Symptomen den Garaus zu machen.